Feuerholz
Feuerholz ist eines der ältesten Brennstoffe der Welt. Schon vor 400.000 Jahren entdeckte man die prasselnde Glut als Wärmespender und als Kochhilfe, um über den Flammen das gejagte Wild oder einfach nur ein Süppchen zuzubereiten. Bis heute hat sich die Verwendung des Feuers gehalten. Die Erfindung des Elektro- oder Gasherdes ließ das Kochen über Feuer aber massiv einbrechen und wird nur noch als Spaßfaktor im heimischen Garten gern gesehen, z. B. beim Grillabend oder Spanferkelessen. Als Wärmequelle wird Feuer aber bis heute genutzt. Die offene Feuerstelle ist größtenteils aber modernen und sicheren Kaminöfen oder offenen Kaminen gewichen. Bei der Heizung am offenen Kamin geht, im Gegenzug zu Kaminöfen, viel Heizenergie verloren, weil immer ein gewisser Zug nach oben herrscht. Aber auch mit einem geschlossenen Kamin kann heutzutage das Feuer gut beobachtet und „bearbeitet“ werden.
Gerade in der Winterzeit ist ein Feuer im hauseigenen Kamin ein guter Wärmespender, gleichzeitig bietet es die gewisse Lagerfeuerromantik, die viele Menschen dazu bewegt, sich einen solchen Kamin anzuschaffen. In dörflicher Gegend ist der Verkauf von Feuerholz aus eigenem Bestand schon Alltag. Wer diese Möglichkeit nicht hat, bestellt sich Feuerholz aus dem Internet oder kauft dieses im Baumarkt. Heutzutage unterscheidet man zwischen ofenfertigem Stückholz, Scheitholz, Rundholz bzw. Blockholz und Brennreisig. Brennholz wird entweder als Frischholz, trocken oder schlagfrisch verkauft. Der Heizwert des Holzes unterscheidet sich nach Art und Beschaffenheit, da es sich um ein Naturprodukt handelt. Laub- und Hartholz hat gegenüber Laubweich und Nadelholz einen höheren Brennwert. Es wird empfohlen nur trockenes Holz zu verfeuern, da bei der Verfeuerung von feuchtem Holz zu viel Heizenergie verschwendet wird, um die Feuchtigkeit aus dem Holz zu „schwitzen“, außerdem entsteht ein stinkender Qualm, der nicht nur die eigene Nase, sonder auch die des Nachbarn belästigt. Zum Anfeuern der Glut eignen sich kleine Äste oder auch Anzündwürfel. Da durch das Abbrennen von Holz die Feuchtigkeit im Raum verloren geht, empfiehlt es sich, zum täglichen Hausgebrauch einen Raumbefeuchter aufzustellen. Für diejenigen, die es eine Spur edler haben wollten, bietet sich ein Zimmerbrunnen an.
Die Wahl des richtigen Holzes ist abhängig von der Kaminart. Für Holzvergaserkessel eignet sich z. B. jede Art von Holz. Für offene Kamine oder Kaminöfen eignen sich eher Laubharthölzer, das brennt langsamer und anhaltender als Nadelholz, dennoch bildet es mehr Asche. Für Küchenöfen, die sich auch heute noch in einigen Haushalten finden, eignet sich Nadelholz am Besten, da es schneller anbrennt und dadurch auch schneller die nötige Wärme bringt. Dieses Holz benötigt aber mehr Flammraum und eine höhere Sauerstoffzufuhr, weshalb sich Küchenöfen von handelsüblichen Kaminen unterscheiden. Holz, auf dem sich noch Lack- oder Farbreste befinden, sollte nicht verbrannt werden, da dadurch giftige Substanzen freigesetzt werden. Auf jeden Fall sollten Sie sich vor der Verfeuerung im Immissionsschutzgesetz informieren und über die allgemein gültigen Verbrennungswerte.
Doch welche Eigenschaften haben die einzelnen Holzarten? Sehen Sie hier eine Aufstellung der Vor- und Nachteile:
Buche: Buchenholz ist sehr beliebt. Es hat ein schönes
Flammenbild und eine gute Glutentwicklung. Es
sprüht nur wenige Funken, hat eine hohen Heiz-
wert und wird gerne zum Räuchern von Lebens-
mitteln verwendet. Der Geruch und der
Geschmack wird von vielen geschätzt. Aufgrund
der Beliebtheit liegt Buche im oberen Preisbereich.
Weißbuche: Auch Hainbuche genannt. Ist sehr schwer und hat, bezogen auf das Volumen, einen sehr
hohen Brennwert. Hat ein schönes Flammenbild, sprüht
wenig Funken und hat eine lange Brenndauer.
Ist aber schwer zu sägen oder zu spalten.
Eiche: Kann in allen Öfen, die der Wärmegewinnung
Dienen, eingesetzt werden, wie z. B. Kachel- oder
Kamin oder Werkstattöfen). Da es zwar Glut, aber
kein schönes Flammenbild hat, ist Eichenholz in
Kaminen weniger beliebt. Der Heizwert liegt über
den der Buche und es hat eine lange Brenndauer.
Eichenholz kann bei unsachgemäßem Gebrauch,
z. B. durch zu wenig Luftzufuhr, die Abgasrohre
angreifen, da es viel Gerbsäure enthält. Auch des-
wegen ist es für offene Kamine eher ungeeignet.
Birke: Dieses klassische Kaminholz wird gerne für offene
Kamine verwendet. Es entwickelt keinen Funken-
Flug, hat ein schönes Flammenbild und durch die
ätherischen Öle riecht es sehr angenehm. Brennt
schneller ab als Buche oder Esche, aber langsamer
als Nadelholz.
Esche: Hat einen ähnlichen Heizwert wie Buche.
Entwickelt neben der Birke das schönste Flammen-
bild. Da es kaum Funken sprüht ist es für offene
Kamine gut geeignet. Esche ist ein zähes und
hartes Holz. Es ist zwar leicht zu sägen, aber
schwer zu spalten. Liegt wie Buche im oberen
Preisbereich.
Fichte: Brennt schnell ab, eignet sich daher gut zum An-
Brennen. Wird häufig in Grundöfen und Vergaser-
kesseln verwendet. Fichtenholz ist in Europa weit
verbreitet und deswegen günstig im Preis. Durch
aufplatzende Harzblasen entwickelt sich aber
Funkenflug und ist für offene Kamine daher nicht
geeignet.
Tanne: Brennt ähnlich schnell wie Fichte, verursacht aber
deutlich weniger Funkenflug. Dient im Alpenraum
als klassisches Brennholz für offene Herdfeuer.
Dennoch ist es kaum noch sortenrein zu erhalten.
Kiefer und Lärche: Dienen nur regional als Brennholz und haben ein
ähnliches Brennverhalten. Haben aber eine
bessere Qualität als Fichte.