Holzgewerbe
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FSC

November 22nd 2011 in Allgemein

FSC

Viele Anbieter von Holz und Holzprodukten werben damit, dass deren Holz FSC-geprüft sei. Aber was genau ist eigentlich FSC?

FSC steht für Forest Stewardship Council (Forest=Wald; Stewardship=Verantwortung; Council=Rat). Dabei handelt es sich um eine Organisation, die das erste System zur Zertifizierung von nachhaltiger Forstwirtschaft erschaffen hat. Ständig wird dieses weiterentwickelt und verbessert. Die Buchstaben FSC werden auch für das FSC-Zertifizierungssystem und das FSC-Zeichen (Gütesiegel) verwendet. Holz-Produkte, die mit diesem Siegel gekennzeichnet sind, kommen aus Forstbetrieben, die bestimmte Kriterien zur Zertifizierung erfüllt haben.

Das System dient der Sicherung der nachhaltigen Waldnutzung, welche die Wahrung und Verbesserung der ökonom- und ökologischen und sozialen Funktionen der Forstbetriebe beinhaltet. Der FSC entwickelte dazu einen allgemeinen Standard, der länderübergreifend ist und aus 10 Kriterien bzw. Prinzipien besteht. Diesen Standard kann nur verwendet werden, wenn die 10 Kriterien für eine nationale Ebene konkretisiert werden. Für die Zertifizierung von Holzprodukten wurde ebenso ein System erschaffen.

Die Organisation des FSC besteht aus einem 3-Kammer-System, die da wären: Wirtschaft, Umwelt und Soziales. Anfallende Beschlüsse benötigt die Zustimmung jeder Kammer, damit auch Umweltschutzorganisationen und soziale Gruppen Einfluss nehmen können. Eine Überstimmung der Position ist nicht möglich. Dies gilt auch für die Interessen der Wirtschaftsvertreter, zu deren Vertretern Angehörige der Forstbetriebe und der Holz verarbeitenden Industrie gehören. Jede der 3 Kammern verfügt über 10 Stimmen in der Vollversammlung.

Die Gültigkeit einer Entscheidung besteht, wenn darauf mindestens 20 Stimmen (66,6%) entfallen und mindestens 25% der Mitglieder bei der Versammlung anwesend sind, wobei Mitglieder aller Kammern anwesend sein müssen. Zu guter letzt, sollte keine der Kammern geschlossen gegen die Entscheidung stimmen.

Der FSC hat es sich zum Ziel gesetzt, eine nachhaltige Forstwirtschaft zu gewährleisten, welches durch die Schaffung der Standards zur Bewirtschaftung der Wälder geschehen soll. Unter nicht-nachhaltigem Anbau versteht man, wenn bei der Rodung des Holzes, den Wäldern irreparable Schäden zugefügt werden. Einen Großteil der Wälder versucht der FSC unter nachhaltige Bewirtschaftung zu stellen. Geschätzt wird ein Anteil von ca. 30% der bewirtschafteten Wälder. Zudem soll das System für die Vermeidung umstrittener Holzquellen auf den Märkten und für Richtlinien im Einkauf von Einzelhändlern und Regierungen etabliert werden.

Damit ein Forstbetrieb FCS-zertifiziert werden kann, muss dieser folgende Prinzipien beachten:

  1. Die Forstgesetze und FSC-Prinzipien müssen eingehalten werden
  2. Definition, Dokumentation und rechtliche Verankerung von langfristigen Besitzansprüchen und Nutzungsrechten der Land- und Forstressourcen
  3. Die Rechte indigener Völker sollen bewahrt werden
  4. Das soziale und ökologische Wohlergehen der im Wald Beschäftigten und der lokalen Bevölkerung soll durch die Waldbewirtschaftung langfristig erhalten oder gar vergrößern
  5. Produktvielfalt und ökonomische Effizienz
  6. Die Schutzfunktion des Waldes, Biodiversität und Landschaftsschutz muss gewährleistet werden
  7. Die Erstellung eines Wirtschaftsplanes und dessen Umsetzung
  8. Regelmäßige Kontrolle durch Dokumentation und Bewertung der Nachhaltigkeit
  9. Wälder mit hohem Schutzwert müssen erhalten werden
  10. Um den Druck auf Naturwälder zu mindern, können als Ergänzung zur naturnahen Bewirtschaftungsform Plantagen angelegt werden, die dadurch soziale und ökonomische Vorteile bringen.

 

Der Unterschied zu den internationalen Standards betrifft beispielsweise die Anwendung von Kahlhieben und Pestizidverwendung. Durch die nationalen FSC-Arbeitsgruppen findet eine Zuweisung von Indikatoren statt. So soll es ermöglicht werden, die Standards an den jeweiligen regionalen Gegebenheiten anzupassen. Bevor ein nationaler Standard zur Vergabe von Zertifikaten angewandt werden kann, muss eine Akkreditierung durch den internationalen FSC erfolgen.

Durch eine Produktkettenzertifizierung durch den FSC, wird die Verarbeitungskette, die die Verarbeitung des Holzes und den Handel mit den Endkunden betrifft, kontrolliert. Die Endprodukte werden mit dem FSC-Logo versehen und so für den Verbraucher kenntlich gemacht. Folgende Regeln sind zu unterscheiden:

  1. Ein Produkt, das zu 100% aus FSC-geprüften Holz besteht, trägt nur das FSC-Zeichen, einen Erklärungssatz und die Zertifizierungsnummer des Herstellerbetriebes.
  2. Ein Produkt, das weniger als 100% aus FSC-geprüften Holz besteht, können das FSC-Zeichen tragen, einen Erklärungssatz und die Herstellernummer. Voraussetzung ist die Prozentzahl des Inhaltes an FSC-Holz.

 

Ziel des FSC ist es hierbei, im Falle einer Produktkettenzertifizierung mit Anteilen an nicht-geprüftem Holz im Endprodukt, auch für diese Anteile Mindestanforderungen zu stellen. Formuliert sind diese im „Controlled Wood Standard“. Demnach darf der nicht-zertifizierte Anteil des Produktes nicht aus illegalem Einschlag sein oder aus Gebieten mit Menschenrechtsverletzungen oder sozialen Konflikten. Ebenso darf dieser Anteil nicht aus gentechnisch veränderten Bäumen oder aus schützenswerten Wäldern bestehen.

Die Prozentkennzeichnung wurde geregelt, damit der Bandbreite an Produkten Rechnung getragen wird und der Absatz an FSC-Holz aus Gebieten mit vielen kleinen Forstbetrieben zu ermöglichen. Probleme bereitete in diesem Verfahren jedoch die Umsetzung der Produktkettenzertifizierung bei großindustrieller Produktion. Aus diesem Grund wird seit 2009 das „Input-Output-Verfahren“ angewendet, welches die bisherige Regelung ablöste. Dieses „Input-Output-Verfahren“ funktioniert in etwa wie der Strommarkt. Das FSC-Holz wird registriert und es wird dokumentiert, wer dieses Holz gekauft hat, so das die jeweiligen Mengen gemanagt werden können.

Organisationen, die vom FSC International akkreditiert wurden, führen die Zertifizierung durch. Die Antragsteller müssen dafür hohe Anforderungen erfüllen, die Kosten gehen in den fünfstelligen Bereich.

Heute sind 18 Unternehmen akkreditiert, darunter 9 Unternehmen aus Deutschland.

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